Methoden

Methoden

 

Neben dem Vinyasa-Prinzip gibt es drei weitere Elemente, die Ashtanga Yoga von anderen Traditionen unterscheiden: die Ujjayi-Atmung, die Bandhas und die Dristis.

  1. Die Ujjayi-Atmung ist eine Atemtechnik, bei der die Luftströmung durch eine bewusste Verengung der Kehle auf der Höhe der Stimmbänder kontrolliert wird. Es entsteht ein zischender Laut, der an das Rauschen des Meeres erinnert. Diese Atemtechnik unterstützt die Konzentration, dient aber vor allem der Erzeugung von Hitze im Körper. Diese fördert wiederum die Schweißbildung und somit die Ausscheidung von Giften. Die Ujjayi-Atmung ist ein wichtiger Bestandteil des Vinyasa.
  2. Die Bandhas, Energieverschlüsse, sind dafür verantwortlich, die Lebensenergie, die man einatmet („Prana“) im Körper zu halten, zu lenken und so zu einer mühelosen Praxis zu verhelfen. Mula Bandha lenkt die Energie in Richtung Erde, läßt uns aus dem Kontakt zur Matte Wurzeln schlagen und sorgt für Stabilität. Anatomisch gesehen geht es um eine leichte, aber kontinuierliche Anspannung und Hebung des Beckenbodens. Uddiyana Bandha leitet die Energie in Richtung Himmel und hilft uns die Wirbelsäule zu strecken. Dieser Energieverschluss ist zwei Finger unter dem Nabel zu finden und wird durch leichtes Einziehen der Bauchdecke erreicht. Das Spüren und Halten der Bandhas während der ganzen Praxis erfordert die Entwicklung einer besonderen Sensibilität.
  3. Die Dristis sind Fokussierungspunkte für den Blick. Bei jeder Vinyasa (an der Atmung gebundene Bewegung) ist der Dristi vorgegeben. Das bewusste Lenken des Blickes in eine bestimmte Richtung hilft, sich zu konzentrieren und den Blick von außen nach innen zu wenden. Es gibt neun Dristis: 1. Angusthamadhyai (die Daumen), 2. Bhrumadhya (das dritte Auge, die Stelle zwischen den Augenbrauen), 3. Nasagrai (die Nase), 4. Parshva (zur Seite rechts), 5. Parshva (zur Seite links), 6. Urdhva (nach oben), 7. Nabhicakra (die Nabel), 8. Hastagrai (die Hand) und 9. Padayoragrai (die Zehe).

Typisch für Ashtanga Yoga ist auch der Mysore-Style-Unterricht, nach dem Name der Stadt in Südindien genannt, in der die Ashtanga Tradition wieder entdeckt wurde. In der Mysore-Klasse übt jeder Schüler für sich im eigenen Atemrhythmus und nur so weit wie er kann. Der Lehrer bringt jedem Schüler individuell und schrittweise neue Asanas bei, den Möglichkeiten jedes Einzelnen entsprechend. Durch Wiederholung prägen sich die Schüler die Reihenfolge der Asanas ein, die mit der Zeit immer länger wird, bis man erstmal die Erste Serie beendet hat.

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